Johannes von Nepomuk

Es gibt viele Gründe, Johannes von Nepomuk als unseren Familienheiligen zu bezeichnen: Als Pfarrer an der Galluskirche in Prag bemühte er sich um deutschstämmige Kaufleute und bewahrte später das Beichtgeheimnis, was ihn das Leben kostete; Nepomuk ist Patron von Böhmen, Schutzheiliger der Müller und Brückenheiliger. Beim Klicken auf das Foto öffnet sich eine Bildergalerie mit den Fotos zahlreicher Nepomukstatuen aus ganz Europa:

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Johannes von Pomuk, einem kleinen Ort in der Nähe von Pilsen, geriet während des XIV. Jahrhunderts in die Fronten zwischen dem böhmischen König Wenzel IV. und dem Erzbischof. Vermutlich waren aber weniger politische Differenzen ursächlich für seinen Tod, als vielmehr die Tatsache, dass Nepomuk der Königin die Beichte abnahm. Dies veranlasste deren Gatten, ihn persönlich zu foltern, um zu erfahren, was die Königin auf dem Kerbholz hatte – vergebens. Nepomuk bewahrte das Beichtgeheimnis und erlitt dafür den Märtyrertod. Der König befahl, ihn von der Karlsbrücke in die Moldau zu werfen. Der Legende nach hatte die Königin daraufhin eine Vision von fünf Sternen, die den Fundort seiner Leiche offenbarten. Bei der Öffnung seines Grabes im Prager Veitsdom Jahrhunderte später sei seine Zunge unverwest gewesen.

 

St. Nepomuks Vorabend
Johann Wolfgang von Goethe
Karlsbad, 15. Mai 1820

Lichtlein schwimmen auf dem Strome,
Kinder singen auf den Brücken,
Glocke, Glöckchen fügt vom Dome
Sich der Andacht, dem Entzücken.

Lichtlein schwinden, Sterne schwinden;
Also löste sich die Seele
Unsres Heil’gen, nicht verkünden
Durft‘ er anvertraute Fehle.

Lichtlein schwimmet! Spielt, ihr Kinder,
Kinder-Chor, so singe, singe!
Und verkündiget nicht minder,
Was den Stern zu Sternen bringe.

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